Ein insektenfreundlicher Garten ist nicht nur ein ökologisches Statement — er ist auch der lebendigste Garten, den Sie sich vorstellen können. Wo Bienen, Schmetterlinge und Wildbienen unterwegs sind, da blüht es, da summt es, da lebt etwas. In meiner Gartenplanung achte ich grundsätzlich auf Insektenfreundlichkeit — weil ein Garten ohne Insekten unvollständig ist.
Was Insektenfreundlichkeit wirklich bedeutet
Nicht jede schön blühende Pflanze ist insektenfreundlich. Viele Züchtungen — besonders gefüllt blühende Rosen oder Füllrosen — bieten keinen Pollen mehr. Insektenfreundlich bedeutet: einfach blühend, ungespritzt, mit Pollen und Nektar, und idealerweise heimisch oder zumindest standort-angepasst. Außerdem braucht ein insektenfreundlicher Garten Blütenfolge vom Frühjahr bis zum Spätherbst.
Pflanzen für jede Jahreszeit
Frühjahr (März — Mai)
Krokus, Wildtulpe, Schneeglöckchen, Schmuckkörbchen, Pulmonaria (Lungenkraut), Bergenia, Helleborus. Diese frühen Blüten sind besonders wichtig für Königin-Hummeln und frühe Wildbienen.
Frühsommer (Juni — Juli)
Salvia nemorosa, Geranium-Sorten, Nepeta, Allium-Zwiebeln, Astrantia, Achillea, Eryngium.
Hochsommer (Juli — August)
Echinacea purpurea, Rudbeckia, Helenium, Phlox, Lavendel, Monarda (Indianernessel), Cosmos.
Spätsommer und Herbst (September — Oktober)
Aster oblongifolius, Sedum-Sorten, Solidago, Anemone hupehensis, Vernonia, Eupatorium. Diese späten Blüher sind essentiell, weil sie die letzte Nahrungsquelle vor dem Winter sind.
Wildbienen-Spezial
Von rund 600 deutschen Wildbienenarten sind viele bedroht. Sie brauchen Spezialpflanzen: Glockenblume, Ziest, Natternkopf, Wegwarte, Wilde Karde, Wiesensalbei. Außerdem brauchen Wildbienen Nistmöglichkeiten: offene Sandflächen, alte Holzstücke, hohle Pflanzenstängel oder professionelle Wildbienenhotels.
Was Sie NICHT tun sollten
Vermeiden: gefüllt blühende Züchtungen (z.B. Fülltulpen, gefüllte Pfingstrosen, Füllrosen), Pestizide jeder Art, Schottergarten ohne Pflanzen, zu starkes Aufräumen im Herbst (verblühte Stauden stehen lassen!), Mulchen mit Rindenmulch in Wildbienen-Nähe (versperrt Nistmöglichkeiten).
Wasserstelle nicht vergessen
Insekten brauchen Wasser — eine flache Schale mit Steinen als Landeplatz reicht. Im Sommer täglich nachfüllen.

