Sichtschutz an der Grundstücksgrenze ist ein verständlicher Wunsch. Wir möchten uns im Garten entspannen und dabei nicht ständig beobachtet fühlen.
Dennoch stelle ich in der Gartenplanung gerne eine einfache Frage: Muss wirklich die gesamte Gartengrenze abgeschirmt werden?
Oft zeigt sich, dass Sichtschutz nur an einzelnen Stellen benötigt wird – beispielsweise an der Terrasse, an einem Lieblingssitzplatz oder entlang einer bestimmten Blickachse. An anderen Stellen dürfen Durchblicke ruhig erhalten bleiben. Sie lassen den Garten größer wirken und schaffen eine offene Atmosphäre.
Gehen Sie einmal bewusst durch Ihren Garten und überlegen Sie, wo Sie sich tatsächlich aufhalten und wo Sichtschutz wirklich erforderlich ist. Häufig entstehen die schönsten Lösungen dort, wo gezielt abgeschirmt wird, statt den gesamten Garten einzufassen.
In unserem eigenen Garten sorgt beispielsweise ein Schmetterlingsstrauch an der Grundstücksgrenze für Sichtschutz auf der Hausterrasse. An anderen Stellen bleiben die Blickbeziehungen bewusst erhalten. Über den Kastanienzaun hinweg ergibt sich sogar das ein oder andere Gespräch mit den Nachbarn.
Seit 2013 plane ich Privatgärten mit dem Schwerpunkt auf Stauden, Gräsern und atmosphärischen Pflanzungen. Als Autorin des Buches „100 Gestaltungsideen für kleine Gärten“ (ausgezeichnet mit dem Leserpreis des Deutschen Gartenbuchpreises) entwickle ich individuelle Lösungen, die Sichtschutz, Gartengestaltung und Bepflanzung sinnvoll miteinander verbinden.
In meinen Planungen geht es nicht darum, Gärten mit hohen Hecken oder Zäunen rundum abzuschotten. Stattdessen entstehen durch Pflanzen, Gräser und Gehölze geschützte Bereiche, die gleichzeitig offen, lebendig und natürlich wirken.
Gräser eignen sich hervorragend als natürlicher Sichtschutz im Garten. Besonders an Stellen, an denen Sichtschutz hauptsächlich im Sommer benötigt wird, sind sie eine attraktive Alternative zu klassischen Hecken.
Im Frühjahr werden die Halme zurückgeschnitten. Anschließend wachsen die Pflanzen innerhalb weniger Monate wieder auf ihre volle Höhe heran und schaffen eine lockere, natürliche Begrenzung.
Eine meiner Lieblingslösungen sind sogenannte Gräserhecken. Sie wirken leichter als eine klassische Hecke und bringen Bewegung in den Garten und sind ideal um Bereich im Garten abzutrennen und partiell Sichtschutz zu schaffen.
Besonders bewährt hat sich das Gartenreitgras ‘Karl Foerster’. Es wächst straff aufrecht, erreicht etwa 1,20 bis 1,50 Meter Höhe und bildet bereits ab Juni einen wirksamen Sichtschutz und wirkt auch als „Gräserhecke“ gut.
Gerade in modernen Gärten oder in naturnah gestalteten Pflanzungen lassen sich Gräser hervorragend als Sichtschutz einsetzen. Gräser sind nicht nur als Sichtschutz interessant. Sie prägen ganze Gartenkonzepte und sorgen das ganze Jahr über für Struktur und Wirkung.
Beim Rundgang durch den Garten lohnt sich auch ein Blick nach oben. Manchmal entstehen störende Einblicke nicht auf Gartenebene, sondern durch Fenster in oberen Stockwerken oder durch unerwünschte Ausblicke in die Umgebung.
Für solche Situationen sind Bäume eine ideale Lösung. Sie schaffen Sichtschutz in der Höhe, ohne wertvolle Gartenfläche zu verbrauchen.
Auch größere Sträucher können gezielt eingesetzt werden, um bestimmte Bereiche abzuschirmen oder vorhandene Zäune optisch zu begrünen. Gleichzeitig bringen sie Blüten, Herbstfärbung und Struktur in den Garten.
Viele Gehölze sind zudem als Spalier erhältlich. Diese platzsparende Form eignet sich besonders für kleinere Gärten. Je nach gewünschter Wirkung können immergrüne oder laubabwerfende Arten eingesetzt werden.
Bei der Auswahl der passenden Pflanzen lohnt sich eine weitere wichtige Frage: Wann wird der Sichtschutz eigentlich benötigt?
Wer sich hauptsächlich von Frühjahr bis Herbst im Garten aufhält, benötigt häufig keinen ganzjährigen Sichtschutz. In diesem Fall bieten laubabwerfende Gehölze viele Vorteile. Sie bereichern den Garten mit Blüten, Früchten, Herbstfärbung und einem abwechslungsreichen Erscheinungsbild.
Soll der Sichtschutz dagegen das ganze Jahr über bestehen bleiben, können immergrüne Gehölze oder entsprechende Spalierformen die richtige Wahl sein.
Steht ausreichend Platz zur Verfügung, bieten Sträucher eine besonders vielseitige Lösung. Sie können Zäune verdecken, Gartenbereiche strukturieren und gleichzeitig Lebensraum für Vögel und Insekten schaffen.
Aus gestalterischer Sicht entstehen oft die spannendsten Gärten dort, wo unterschiedliche Pflanzenformen kombiniert werden – etwa Gräser, Stauden, Sträucher und einzelne Gehölze.
Das Riesenfedergras sorgt für Sichtschutz am Pool und teilt den Garten gleichzeitig in unterschiedliche Gartenräume. So entsteht Geborgenheit, ohne die Weite des Gartens zu verlieren.
Gräser und Stauden schaffen Sichtschutz am Pool und verwandeln eine vorher offene Rasenfläche in einen geschützten Gartenraum mit Atmosphäre.
Gräser und Stauden schaffen Sichtschutz am Pool und verwandeln eine vorher offene Rasenfläche in einen geschützten Gartenraum mit Atmosphäre.
Wenn Sie überlegen, wie Sichtschutz in Ihrem Garten aussehen könnte, unterstütze ich Sie gerne mit einer individuellen Gartenplanung, die Sichtschutz, Pflanzung und Gartengestaltung zu einem stimmigen Gesamtkonzept verbindet. Gemeinsam entwickeln wir Lösungen, die zu Ihrem Garten, Ihren Bedürfnissen und Ihrem persönlichen Stil passen – von der geschützten Terrasse bis zur durchdachten Gestaltung der Gartengrenzen.
Nein. In vielen Gärten wird Sichtschutz vor allem während der Monate benötigt, in denen Terrasse und Sitzplätze genutzt werden. Deshalb können laubabwerfende Gehölze, Stauden oder Gräser oft die bessere Wahl sein. Sie bringen zusätzlich Blüten, Herbstfärbung und jahreszeitliche Veränderungen in den Garten. Ganzjähriger Sichtschutz ist meist nur an wenigen Stellen wirklich notwendig.
Das hängt von der Situation ab. Ein Zaun schafft sofortigen Sichtschutz, wirkt jedoch häufig hart und begrenzt den Garten optisch. Pflanzen sorgen dagegen für eine natürlichere Wirkung und lassen sich gezielt dort einsetzen, wo Sichtschutz tatsächlich benötigt wird. In meinen Planungen entstehen die schönsten Lösungen meist durch eine Kombination aus Gehölzen, Stauden, Gräsern und einzelnen Sichtschutzelementen.
Für einen natürlichen Sichtschutz eignen sich Gräser, Stauden, Sträucher und Bäume. Welche Pflanzen die richtige Wahl sind, hängt von der gewünschten Höhe, dem verfügbaren Platz und der Frage ab, ob der Sichtschutz ganzjährig oder nur im Sommer benötigt wird. Besonders harmonisch wirken Lösungen, bei denen verschiedene Pflanzenformen miteinander kombiniert werden.
Nein. Sichtschutz lässt sich auf ganz unterschiedliche Weise viel attraktiver gestalten. Neben Hecken können auch Gräser, Stauden, Sträucher, Bäume oder Spaliergehölze eingesetzt werden. Oft entstehen die schönsten Lösungen dort, wo Pflanzen gezielt einzelne Bereiche schützen, während andere Blickbeziehungen erhalten bleiben. Dadurch wirkt der Garten offener und großzügiger.
Ob Sichtschutz mit Stauden, Gräsern, Sträuchern oder Bäumen – entscheidend ist nicht die einzelne Pflanze, sondern das Zusammenspiel aller Elemente.
In meiner Pflanzplanung entwickle ich individuelle Pflanzkonzepte, die Sichtschutz, Blüte, Struktur und Atmosphäre miteinander verbinden. So entstehen Gärten, die nicht nur funktionieren, sondern das ganze Jahr über Freude bereiten.
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